Wer zu Hause oft müde und abgeschlagen ist, häufig Kopfschmerzen hat und nachts nicht gut schläft, hat möglicherweise mit Schadstoffen im Wohnraum zu kämpfen. Diese verbergen sich an den unterschiedlichsten Orten und beeinträchtigen die Lebensqualität maßgeblich.

 Gesundheitliche Beeinträchtigungen, die im Zusammenhang mit Schadstoffen in Innenräumen auftreten, werden als „building related illness“, oder kurz BRI, bezeichnet. Diese tritt in Form meist diffuser Symptombilder in individuell unterschiedlichen Ausprägungsgraden auf und wird durch verschiedene Schadstoffe ausgelöst, die sich in Möbeln, auf Wänden, in Teppichen und Böden verbergen und die Raumluft belasten.  

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 Zu den Symptomen zählen schließlich chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Depressionen, Schlaf- und Konzentrationsprobleme, trockene Augen, Husten, erhöhte Infektanfälligkeit, Asthma, leicht erhöhte Leberwerte und verschiedene weitere Beschwerden.  „In der ersten Nacht nachdem in unserer neuen Wohnung eine lösungsmittelhältige Anti-Nikotin-Sperrfarbe auf die Wände aufgetragen wurde, bin ich in der Nacht aufgewacht und war verwirrt, konnte nur sehr schwer atmen, hatte Zahnfleischbluten und ein starkes Kratzen im Hals. Meiner Frau und den Kindern ging es genauso,“ berichtet ein Betroffener aus Kärnten.  Doch nicht immer ist der Zusammenhang so eindeutig. Bei Verdacht auf Schadstoffbelastung ist aber auf jeden Fall der Gang zum Umweltmediziner ratsam. Ein aussagekräftiges Indiz für Wohnraumgifte kann schließlich sein, dass sich die Beschwerden im Urlaub bessern oder sogar ganz verschwinden. In durch den Umweltmediziner veranlassten Tests der Raumluft und des Hausstaubs können etwaige Belastungen nachgewiesen werden, sodass in weiterer Folge die nötigen Schritte gesetzt werden können. Die Maßnahmen hängen dabei von der jeweiligen Schadstoffbelastung ab und reichen von vermehrtem Lüften bis dahin, die schädlichen Baustoffe zu entfernen und durch neutrale, ökologische Materialien zu ersetzen. Auch der Einsatz von geeigneten Grünpflanzen kann schließlich dabei helfen, Schadstoffe aus der Raumluft zu filtern. Bei zu hohen Belastungen ist es aber ratsam, sich nicht mehr in den betroffenen Räumlichkeiten aufzuhalten.„Seitdem sehr hohe Schadstoffwerte nachgewiesen wurden, leben wir woanders“, so unser Betroffener. „Leider sind auch alle Möbel und Textilien von den Ausdünstungen der Farbe kontaminiert.“   
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Was sind nun die typischen Wohnraumgifte?

 Eine breite Palette an Schadstoffen kann unser Zuhause zur Gesundheitsfalle machen. Einer der bekanntesten Verursacher von Beschwerden ist Schimmel, der häufig zu allergischen Reaktionen und Atemwegserkrankungen führt. Verursacht wird er meist durch Wasserschäden, unzureichende Belüftung oder zu dichte Fenster. Daher Lüften nicht vergessen. Tritt Schimmel in Ihrer Wohnung auf, sollten Sie unbedingt einen Fachmann konsultieren, der die Ursache für den Schimmelbefall findet und auch die richtigen Maßnahmen dagegen ergreift.Formaldehyd ist ein weiterer Krankmacher und steckt vor allem in Spanplatten, Holzwerkstoffen, Lacken und Desinfektionsmitteln. Der stechende Geruch billiger Möbel ist oft schon ein Hinweis darauf. Da Formaldehyd mitunter auch krebserregend ist, ist hier besondere Vorsicht geboten. Weichmacher zählen ebenso zu den Problemstoffen. Man findet sie in Duschvorhängen, Bodenbelägen, Textilien, Farben, Lacken, Kabeln, Dichtungen und in vielen weiteren Produkten aus Kunststoff. Auch Ozon führt zu Belastungen im Wohnraum, da es von Lösungsmitteln in Klebern, Kopierern, Laserdruckern, aber auch von Farben und Lacken an die Raumluft abgegeben wird. In Häusern mit integrierter Garage kann auch Benzol, das  in Benzin enthalten ist, zum Problem werden. Dieses verdampft aus den Treibstofftanks und dringt durch die Wände in angrenzende Wohnräume.  

Von vornherein Giftstoffe vermeiden

 Damit man sich und seine Familie bestmöglich vor permanenter Schadstoffbelastung im Wohnraum schützt, sollte man bei der Auswahl der verwendeten Materialien genau darauf achten, was darin enthalten ist. Hilfreich sind dabei auf jeden Fall die verschiedenen Gütesiegel für umweltbewusstes und schadstoffarmes Einkaufen, wie beispielsweise das Österreichische Umweltzeichen. Auf jeden Fall gilt: je naturbelassener der Baustoff, desto besser für Ihr Raumklima. Sparen Sie Ihnen und Ihrer Familie zuliebe nicht an der falschen Stelle!  

Wussten Sie …

… dass wir uns in Mitteleuropa zu rund 90 % in Innenräumen aufhalten? Die dortige Luftgüte sollte uns also ein erhebliches Anliegen sein.

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Autor: René Kastner